Schulhelfer-Mangel
Erboste Eltern klagen gegen das Land Berlin
Sonntag, 06. September 2009 22:17 – Von Regina Köhler
Behinderte Kinder benötigen beim Lernen größere Unterstützung. Deshalb wollte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mehr Geld für Fachkräfte, sogenannte Schulhelfer, ausgeben. Doch stattdessen wurden die Wochenstunden drastisch gekürzt. Das lassen sich betroffene Eltern nicht gefallen. Sie wehren sich.
Entgegen der Ankündigung des Senats, die Zahl der Schulhelfer an den Berliner Schulen zu erhöhen, sind die Wochenstunden für derartige Hilfen zu Beginn des neuen Unterrichtsjahres drastisch gekürzt worden. Schulhelfer haben eine besondere Ausbildung im medizinischen Bereich. Bislang wurden sie an Förderschulen, aber auch an Regelschulen eingesetzt, um dort bei der Integration behinderter Kinder behilflich zu sein. Im vergangenen Schuljahr wurden 1377 Kinder und Jugendliche von solchen Fachkräften betreut.
…aus dem Bezirk Treptow-Köpenick:
Beirat für Menschen mit Behinderung
im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin
Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Herr Prof.Dr. E.Jürgen Zöllner
Beuthstr. 6 – 8
D-10117 Berlin-Mitte
Sicherstellung der schulischen Bildung behinderter Schülerinnen und Schüler
Sehr geehrter Herr Senator Zöllner,
mit großer Betroffenheit – ja zuweilen ungläubigem Entsetzen – haben die Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderung Kenntnis vom Berlinweiten Elternprotest gegen die Kürzungen der Schulhelferstunden erfahren.
Wir konnten uns anhand von Auflistungen der Kürzungsstunden, die die Elterninitiative u.a. auch für den Bezirk Treptow-Köpenick zusammengetragen hat, davon überzeugen, dass mehr als 25% der benötigten Schulhelferstunden ersatzlos weggefallen sind….
Ohne Schulhelfer fällt die Integration aus
Für manche SchülerInnen mit Behinderung war der erste Schultag recht kurz.
VON ALKE WIERTH
…Nach zwei Stunden ging es für Max am ersten Schultag gleich wieder nach Hause …
…Doch zum Schulbeginn am Montag war von der Schulhelferin überhaupt nichts zu sehen …
…Eigentlich sollte der Integrationsversuch in diesem Schuljahr auf zwei Wochentage ausgedehnt werden. Doch mit zehn Helferstunden geht das nicht … in diesem Jahr nur teilweise beschulen – und verliert deshalb sogar gerade ihren Job
In Berlin streiten Eltern und Senat über die Fianzierung von Schulhelfern für behinderte Kinder
Von Johann Osel, 18.August 2009
Mogelpackung Inklusion
Eltern kritisieren Kürzung von Schulhelferstunden
Von Anne Britt Arps
Nicht für alle Schüler verheißt der erste Schultag Gutes. Kinder mit Behinderungen, die bislang von Schulhelfern im Unterricht individuell betreut wurden, müssen um ihre pädagogische Förderung bangen. Zum Schuljahresbeginn hat hat der Senat das Kontingent für Schulhelferstunden gekürzt, kritisieren Elternverbände.
»Für viele autistische Kinder und Kinder mit anderen schweren Beeinträchtigungen ist eine Beschulung, die Schulpflicht und Schulrecht entspricht, nach den Ferien nicht mehr gewährleistet – auch nicht mehr in sonderpädagogischen Förderzentren«, befürchtet das Elternzentrum Berlin. Teilweise müssten die Kinder sogar zu Hause bleiben und von den dadurch arbeitsunfähig gewordenen Eltern betreut werden.
Buchautorin mit Aspergersyndrom, schrieb in einem Offenen Brief am 16. März 2008 an Bildungssenator Prof.Dr.Zöllner: "Schulhelfer, Sonder-
pädagogen und Betreuungspersonen sind Hoffnungsträger für so viele Menschen. Sie sind Rettungsanker aus der ewigen Stummheit, aus der Einigelung in eine eigene Welt und Wegweiser und Begleiter in ein freieres, selbstbestimmtes Leben."
© Elternzentrum Berlin e.V. 2009
Recht auf adäquate Bildung autistischer Kinder und Kinder mit anderen Behinderungen
Sparmassnahmen des Berliner Senats
Elternprotest
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